Baby, Stillzeit
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Warum du auch beim Zwiemilch-Stillen auf genügend Milchproduktion achten musst

Zwiemilch Ernährung

Hast du festgestellt, dass deine Milch nicht reicht? Fütterst du zu?

Dann ist es jetzt an der Zeit, dass du dich einmal in Ruhe fragen solltest, wie lange dir das Stillen wichtig ist.

  • Was war dein Gedanke, als du noch schwanger warst?
  • Was ist dein Gedanke heute? Nachdem du die ersten Stillprobleme bewältigt hast?

Es kann sein, dass das Stillen einen anderen Stellenwert in deiner Mama-Baby-Beziehung bekommen hat, als du zuvor gedacht hattest. Vielleicht möchtest du zurück zum vollen Stillen.

Oder vielleicht möchtest du einfach Ruhe einkehren lassen und beim Teilstillen bleiben.

6 Fakten, die du beim Teilstillen kennen solltest

Wenn du dich für die Zwiemilch-Ernährung entschieden hast, wirst du dein Baby zu unterschiedlichen Anteilen mit Stillen und dem Fläschchen ernähren.

Eigentlich könnte es in deinen Augen ruhig so bleiben.

Das ist völlig in Ordnung! Deshalb schreibe ich dir einige Punkte zusammen, auf die du achten musst, um nicht ungewollt viel früher abzustillen, als geplant.

#1 – Der Grund für den Milchmangel ist noch nicht behoben

So lange du den Grund für den Milchmangel nicht kennst und er nicht behoben wurde, kann er auch weiterhin dafür sorgen, dass der Anteil des Stillens weniger wird.

Gerade im Rahmen des zunehmenden Mengenbedarfs deines Babys, ist es häufig so, dass eher der Anteil der Fläschchennahrung steigt, als dass die Milchproduktion deines Körpers angekurbelt wird.

Manche körperlichen Gründe für einen Milchmangel verhindern auch weiterhin, dass du selbst bei häufigem Stillen genügend Muttermilch produzieren kannst.

–> Was du tun kannst:
Finde auf eigene Faust oder mit qualifizierter Unterstützung heraus, welche Einflussfaktoren für deinen Milchmangel verantwortlich sind oder gewesen sein könnten. Du selbst kannst entscheiden, ob du mit diesem Wissen erneut das Vollstillen anstreben magst oder einfach dafür sorgen möchtest, dass der Status quo deiner Milchproduktion erhalten bleibt.

#2 – Der nächste Schub öffnet Tür & Tor für einen Anstieg der Fläschchenmenge

In einem Entwicklungsschub wird dein Baby sehr häufig nach deiner Nähe & dem Stillen verlangen. Auch der Kalorienbedarf kann steigen.

Sehr leicht kann es passieren, dass diese Unruhe als alleiniger Hunger gedeutet wird. Dann wird mehr Fläschchennahrung angeboten und die satte Ruhe kann eintreten.

Statt den Bedarf an mehr Nahrung durch mehr Stillen zu decken und gleichzeitig den Bedarf an Nähe zu füllen, übernimmt die gestiegene Nahrungsmenge diese Aufgabe.

–> Was du tun kannst:
Wenn dein Baby nach seiner Still- und Fläschchenportion weiterhin unruhig ist, kannst du es noch einmal anlegen. So wird deine Milchproduktion erneut angeregt. Du wirst dadurch häufiger Stillen als andere – vielleicht ist es gerade das was dein Körper braucht.

#3 – Der Beginn der Beikost hat eine besondere Herausforderung

Wo gesellschaftlich hierzulande Stufenpläne die Beikostzeit bevölkern, wirst du zum Ende des 4. Lebensmonates hin sogar merken, dass dein Baby immer noch mehr Flasche zu fordern scheint. Das erschwert den Übergang von Milchnahrung zu den neuen Nahrungsmitteln unnötig. Der darf ganz entspannt sein und soll nicht von großem Druck begleitet werden.

Zum Beikostbeginn ist das Abwägen, ob du das Stillen oder das Fläschchen weiter reduzierst dann möglicherweise gar nicht mehr von dir zu beantworten, weil dein Baby immer seltener an die Brust möchte.

–> Was du tun kannst:
Sorge frühzeitig dafür, dass deine vorhandene Milchproduktion gut in Schuss bleibt.

#4 – Der Allergieschutz sollte in der Beikostzeit auch weiterhin genutzt werden

Es ist total günstig, wenn du es schaffst die Milchproduktion wirklich gut aufrecht zu erhalten. Mit dem Beginn der Beikosternährung profitiert dein Baby in besonderem Maß von der Muttermilch und ihren allergieschützenden Inhaltsstoffen.

Ihr könnt das Stillen noch lange weiter praktizieren und ganz bewusst das Fläschchen reduzieren, wenn dein Baby mit der Zeit sättigende Mengen der Beikost zu sich nimmt.

–> Was du tun kannst:
Achte darauf, dass du deinem Kind bei „Milchdurst“ häufig das Stillen anbietest und so viele Gelegenheiten nutzt, um den Milchproduktionsbedarf in deinem Körper anzumelden.

#5 – Der Wechsel zwischen Flasche und Brust kann eine Vorliebe auslösen

Vielleicht hast du im Zusammenhang mit schmerzenden Brustwarzen schon einmal von einer Saugverwirrung gehört.

Diese muss allerdings gar nicht immer mit Schmerzen einhergehen. Gerade, wenn ein Milchmangel vorhanden ist, kommt es vor, dass ein Baby sich der Flasche als „sicherere“ Nahrungsquelle zuwendet.

Dann ist es oft schwierig, einen Weg zurück zum Stillen zu finden.

–> Was du tun kannst:
Einen positiven Effekt, sowohl auf die Milchbildung generell, als auch auf die Vermeidung einer solchen Saugverwirrung hat es, wenn auf Saugflaschen verzichtet wird. Dabei ist es möglich, dass du während dem Stillen mit einem kleinen Schläuchlein die notwendige zusätzliche Nahrung anbietest. Die Anwendung wirst du genauso leicht erlernen können, wie das Anrühren des Fläschchens.

#6 – Der Immunstoffgehalt wird bei sinkender Muttermilchmenge höher

Hat das Stillen bei dir nicht einwandfrei geklappt, kann es sein, dass du dir gerade an schweren Tagen die Frage stellst: ist es das überhaupt noch wert?

Deshalb möchte ich dir unbedingt sagen: ja ist es!

Auch wenn deine Muttermilch für die Ernährung (gerade) nicht ausreicht, bekommt dein Baby dennoch den wertvollen Immunschutz. Deine Muttermilch passt sich weiterhin an, wenn dein Baby mit speziellen Keimen kämpft. Du stellst die Abwehrunterstützung für dein Kind!

Es ist sogar so, dass die Abwehrstoffe pro 100 ml ansteigen, wenn die Milch weniger wird. Das ist so, unabhängig davon, wie alt dein Kind gerade ist. Bei älteren gestillten Kindern weiß man, dass der Anteil der Immunstoffe sogar auf ein Maß anwächst, welches fast dem im Kolostrum entspricht.

–> Was du tun kannst:
Du kannst den Mut haben weiter zu stillen. Die Enzyme helfen deinem Baby bei der Verdauung. Die Immunstoffe bei der Abwehr. Jede gestillte Mahlzeit ist eine in vieler Hinsicht wertvolle Zeit für dein Baby.

Fazit für die Zwiemilch-Ernährung

Für Babys ist jeder Tropfen Muttermilch wertvoll, denn er enthält so viele lebende Zellen, dass du sie gar nicht zählen kannst. Sie lebt und schenkt Gesundheit für dein Baby, auch wenn sie gerade nicht ausreicht, um die vollständige Ernährung deines Babys zu sichern.

Wenn du eine persönliche Unterstützung möchtest, um herauszufinden, woran dein Milchmangel liegt, dann melde dich gerne bei mir. Ich unterstütze dich sehr gerne dabei, herauszufinden, wie du die Stillzeit für dich stimmig weiter gestalten kannst.

Alles Liebe und bis bald,
~Tabea

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2 Kommentare

  1. Esra Hasanoglou sagt

    Hallo,

    Ich finde es sehr schön das sowas angeboten wird.
    Ich habe folgendes Problem.
    Mein Kind ist genau 2 Monate alt. Wir hatten einen schwierigen Start mit dem stillen. Im Krankenhaus habe ich nur 4 Flaschen in 2 Tagen zugefüttert. Nach der Entlassung haben wir gemerk das ein fleck in der Windel war, laut Hebamme sei es weil er zu wenig getrunken hat. Also haben wir sobald er nicht zufrieden an der Brust war zugefüttert. Das ging 4 Wochen so weiter, bis er die Brust nicht mehr wollte. Also haben wir weiter 4 Wochen nur Pre-Milch zugefüttert. Letzte Woche am Freitag habe ich versucht anzulegen… und er hat mitgemacht (am selben Tag habe ich nichts zugefüttert). Er war etwas unruhig denn ganzen Tag hat aber nicht seinen Hungerschrei signalisiert. Am nächsten Tag habe ich 2 Flaschen zugefüttert weil er nicht satt wurde. Davor habe ich abgepumpt(schon seit Anfang an hat leider immer nur für eine Mahlzeit am Tag ausgereicht) und das max. was ich rausbekam war 200ml. Ich nehme Stillvitamine und trinke auch mein Stilltee.
    Benutze Stillhüttchen weil ich Flachwarzen habe.
    Ich pumpe Abends noch ab, bekomme an beiden Brüsten nicht mehr wie 20 ml raus.
    Meine Frage:
    Wie sollte ich weiterhin vorgehen. Ich habe das Gefühl das ich einfach nicht genug Muttermilch produziere.
    Meine Angst ist das er bald auch nicht mehr an die Brust möchte. Und die Flasche einfach leichter findet.

    Vielen Dank
    Beste Grüße
    Esra

    • Hallo liebe Esra,

      deine Befürchtung ist – aus Beratungserfahrung berechtigt! Es gibt immer wieder Kinder, die sich dann der Flasche als „zuverlässige Nahrungsquelle“ hinwenden.

      Was du machen kannst ist wirklich eine individuelle Stillberatung in Anspruch zu nehmen, denn Stillvitamine und Stilltee erhöhen die Milchmenge nachweislich NICHT! Es braucht ein gutes sogenanntes Stillmanagement, sowie ein Zufüttermanagement.

      Damit dein Kind die Brust weiterhin attraktiv findet kann ein sogenanntes Brusternährungsset zum Einsatz kommen – dabei wird das Zufüttern während dem Anlegen praktiziert und du behältst dein Baby leichter an der Brust. Ich hab dazu einen >> Einsteigerguide zum Stillen mit dem BES

      Wie gesagt – eine individuelle Stillberatung ist es in deiner Situation wirklich wert! Melde dich gern bei mir.
      Alles Liebe,
      Tabea

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